Warum ist der Ladestecker so komisch?

1 Technik Ladekabel

Die meisten Autos haben eine Typ 1 oder Typ 2-Steckdose. Das passende Kabel sieht zum Beispiel so aus (Typ 2):

Typ 2-Stecker (Fahrzeugseite)

Der Stecker versorgt das Auto mit Drehstrom. Dafür hat das Kabel wie bei einer roten Drehstromsteckdose fünf Adern: Die Außenleiter L1, L2, L3 sowie den Neutralleiter N und den Schutzleiter PE. Verärgert könnte man nun sagen: “So ein Mist, eine Drehstromsteckdose hab ich — warum können die nicht einfach so eine einbauen?".

Bei genauerem Hinsehen entdeckt man oben noch zwei weitere Kontakte in dem Stecker: CP und PP. Diese sorgen dafür, das man sich beim Laden eines Elektroautos keine Gedanken um die Sicherheit machen muss; auch nicht im strömenden Regen. Die Ladestation überwacht den Ladevorgang nämlich über diese beiden Kontakte. Vereinfacht gesagt:

  • Der Contact Pilot (CP) wird dazu genutzt, um kontinuierlich zu schauen, ob die Erdung des Autos funktioniert. Ohne eine funktionierende Erdung würde der Fehlerstromschutzschalter (FI), der die Ladestation absichert, ebenfalls nicht funktionieren. Technisch sehr elegant: CP steuert auch den Ladevorgang selbst.

  • Der Proximity Plug (PP) kodiert über einen Widerstand, wie hoch die Strombelastbarkeit des Kabels selbst ist. Damit stellt die Ladestation sicher, dass man das Ladekabel nicht überlastet.

Bei Typ 1-Kabeln ist statt Drehstrom (drei Phasen) nur Wechselstrom (eine Phase) durchgeleitet. Laden funktioniert genauso — nur langsamer. Dafür ist der Stecker etwas kompakter. In Deutschland hat sich auf der Seite der Ladestationen der Typ2-Stecker durchgesetzt. Auf der Autoseite gibt es zwar noch Fahrzeuge mit Typ 1-Anschluss, allerdings setzen immer mehr Hersteller auf Typ 2.

Zusammenfassend: Leider kann man so ein Kabel nicht direkt an eine Drehstromsteckdose anschließen. Aber die zusätzliche Sicherheit wiegt diesen Nachteil locker auf.